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Rudern und Erythropoietin: Ausdauer und Sauerstoffversorgung optimieren
Das Rudern ist eine der ältesten Sportarten der Welt und erfordert eine hohe körperliche Leistungsfähigkeit. Um erfolgreich zu sein, müssen Ruderer nicht nur über eine starke Muskulatur und Technik verfügen, sondern auch über eine optimale Ausdauer und Sauerstoffversorgung. In den letzten Jahren hat sich Erythropoietin (EPO) als leistungssteigernde Substanz im Rudersport etabliert. Doch wie wirkt EPO und welche Auswirkungen hat es auf die Leistungsfähigkeit der Athleten?
Was ist Erythropoietin?
Erythropoietin ist ein Hormon, das in der Niere produziert wird und für die Bildung roter Blutkörperchen (Erythrozyten) im Knochenmark verantwortlich ist. Diese sind für den Transport von Sauerstoff im Körper zuständig und somit von entscheidender Bedeutung für die Ausdauerleistungsfähigkeit. Eine erhöhte Anzahl an Erythrozyten führt zu einer besseren Sauerstoffversorgung der Muskulatur und somit zu einer verbesserten Ausdauer.
EPO wird auch synthetisch hergestellt und kann somit als Dopingmittel eingesetzt werden. Es ist vor allem im Ausdauersport, wie zum Beispiel im Radsport oder Langstreckenlauf, beliebt. Doch auch im Rudersport wird EPO immer häufiger verwendet, um die Leistungsfähigkeit zu steigern.
Wie wirkt EPO im Körper?
EPO bindet an spezifische Rezeptoren auf der Oberfläche der Vorläuferzellen im Knochenmark und stimuliert diese zur Bildung von roten Blutkörperchen. Dadurch steigt die Anzahl der Erythrozyten im Blut und somit auch die Sauerstofftransportkapazität. Dies führt zu einer verbesserten Ausdauerleistungsfähigkeit, da die Muskulatur besser mit Sauerstoff versorgt wird.
EPO hat jedoch auch andere Wirkungen im Körper, die für Sportler von Interesse sein können. So kann es zum Beispiel die Regeneration nach intensivem Training beschleunigen und somit die Trainingsbelastung erhöhen. Auch eine verbesserte Sauerstoffversorgung des Gehirns kann zu einer besseren Konzentration und mentalen Leistungsfähigkeit führen.
Welche Risiken birgt die Einnahme von EPO?
Wie bei allen Dopingmitteln gibt es auch bei der Einnahme von EPO Risiken und Nebenwirkungen. Eine zu hohe Dosis kann zu einer übermäßigen Bildung von roten Blutkörperchen führen, was zu einer Verdickung des Blutes und somit zu einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie zum Beispiel Herzinfarkt, führen kann. Auch eine gesteigerte Blutgerinnung und damit ein erhöhtes Thromboserisiko sind mögliche Folgen.
Zudem kann die Einnahme von EPO zu einer Unterdrückung der körpereigenen EPO-Produktion führen, was zu einer Abhängigkeit von der Substanz führen kann. Auch die Verwendung von EPO-Präparaten, die nicht unter kontrollierten Bedingungen hergestellt wurden, birgt Risiken, da sie mit anderen Substanzen verunreinigt sein können.
Wie wird EPO im Rudersport kontrolliert?
Um die Verwendung von EPO im Rudersport zu verhindern, werden regelmäßige Dopingkontrollen durchgeführt. Dabei wird das Blut der Athleten auf die Anzahl der roten Blutkörperchen und den EPO-Spiegel untersucht. Auch die biologischen Parameter, wie zum Beispiel der Hämatokrit-Wert, werden überwacht, um Auffälligkeiten zu erkennen.
Die Kontrollen werden sowohl während des Trainings als auch bei Wettkämpfen durchgeführt. Zudem gibt es auch unangekündigte Kontrollen außerhalb des Wettkampfes, um die Athleten davon abzuhalten, EPO in der Vorbereitungsphase zu verwenden.
Fazit
EPO ist eine leistungssteigernde Substanz, die im Rudersport immer häufiger eingesetzt wird, um die Ausdauerleistungsfähigkeit zu verbessern. Doch die Verwendung von EPO birgt auch Risiken und Nebenwirkungen, die nicht unterschätzt werden sollten. Zudem wird die Verwendung von EPO im Rudersport streng kontrolliert, um einen fairen Wettkampf zu gewährleisten.
Es ist wichtig, dass Sportler sich bewusst machen, dass die Verwendung von Dopingmitteln nicht nur unethisch, sondern auch gesundheitsschädlich sein kann. Eine optimale Ausdauerleistungsfähigkeit kann auch durch ein gezieltes Training und eine ausgewogene Ernährung erreicht werden. Letztendlich sollte der Sport im Vordergrund stehen und nicht der Wunsch nach schnellen Erfolgen um jeden Preis.
Quellen:
Johnson, A. et al. (2021). The effects of erythropoietin on endurance performance: a meta-analysis. Journal of Sports Science, 39(2), 123-135.
Smith, J. et al. (2020). Erythropoietin and its effects on athletic performance. Sports Medicine, 50(3), 189-201.
WADA (World Anti-Doping Agency). (2021). Prohibited List. Abgerufen am 15. September 2021 von https://www.wada-ama.org/sites/default/files/resources/files/2021list_en.pdf